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Wild - Rebecca und Mauricio

Das Ehepaar Wild gründete 1977 ein neuartiges Kindergarten- und Schulzentrum in Ecuador, den Pesta. Seit dem Jahr 2005 gibt es den Pesta als Schule nicht mehr, das Projekt der Wilds hat sich in Richtung eines gemeinschaftlichen Lebensraums für Erwachsene verändert.

In der Schule lag der Schwerpunkt darauf, dass die Erwachsenen in der Arbeit mit den Kindern mit zwei unbekannten Realitäten konfrontiert sind: - Niemand kennt die individuelle Eigenart und das Entwicklungspotential des Kindes, niemand kann seine Fähigkeiten vorherbestimmen, nur das Kind selbst trägt in sich den Schlüssel zu optmialer Entwicklung. - Zum anderen stehen wir einer krass veränderten zukünftigen Gesellschaft gegenüber, in der unsere Kinder leben werden, und von der kein Lehrer und kein Lehrplan ein zutreffendes Bild vermitteln kann.

Die Erfahrungen, die sie mit Kindern machten, veranlassten die Wilds dazu, einen eigenen Stil zu entwickeln, in dem die Betreuer so wenig wie möglich in die kindliche Entwicklung eingreifen, ihre Rolle liegt vor allem in der Beobachtung. Es ist nicht wesentlich, den Kindern Wissen zu vermitteln, sondern eine Stärkung all ihrer natürlichen Kräfte zu ermöglichen, sie vom Erwartungsdruck der Erwachsenen zu befreien, und sie so umfassend wie möglich ihren eigenen authentischen Bedürfnissen folgen zu lassen.

Heute gibt es bereits mehrere Schulen auf der ganzen Welt, die dem Modell des Ehepaares Wild nacheifern, wobei das Ehepaar Wild den Begriff "Wild-Schule" kathegorisch ablehnt.

Die Neue Schule geht insofern mit den Auffassungen der Wilds konform, als dass die individuellen Entwicklungsbedürfnisse des einzelnen Kindes wichtiger sind als der Lehrplan. Auch bei uns geht soziale und emotionale Stabilität vor. Aber bei uns hat die kognitive Entwicklung mit Sicherheit einen höheren Stellenwert, und die Erwachsenen übernehmen vermehrt Verantwortung für das Funktionieren der Gruppe. Die Betreuer sehen ihre Rolle auch in der Weitergabe ihres Wissens, sie bringen viele Angebote ein.

Wir denken, dass jedes Kind von der Umgebung, in der es aufwächst, geprägt und geformt wird. Dass es die Werte, die vorgelebt werden, verinnerlicht. Keine Umgebung kann jemals vollständig sein, sie ist notwendigerweise eine Selektion (ein Kind, das in der Wüste lebt, wird andere Fähigkeiten entwickeln als eines aus dem Hochgebirge). Wir sehen es als unsere Aufgabe, den Kindern eine Umgebung zu schaffen und Prioritäten zu setzen, die mit den Anforderungen unserer Gesellschaft kompatibel sind.

wind